Mittwoch, 21. Mai 2014

Da bin ich endlich wieder, denn ich wollte euch schon längst berichten, wie unser Renoviermarathon weiter verlaufen ist.

Wir sind/ waren inzwischen im großen Wohn-/ Schlaf-/ Arbeitsraum angekommen und hatten mehrere Wünsche:

- mehr Stauraum für meinen Kram (Stoffe, Wolle, Bastelzeugs)
- meine Arbeitsecke neu gestalten, damit Besucher nicht schon vom Flur aus mein Werkelchaos sehen, wenn ich gerade an einem Projekt sitze.
- mehr Stauraum für den Kram des Mitstreiters (Stative, sperrige Lichtformer)
- eine Hochbettleiter, die nicht immer doof im Weg rumsteht
- ein Hochbett, das Kindersicher ist
- insgesamt irgendwie mehr freien Raum zum Leben schaffen und unseren Kram "verstecken"

Plan war also, das alte Hochbett auseinander nehmen und ein größeres Hochbett mit Stauraum - Aufbauten von Wand zu Wand zu bauen.
Wir haben lange überlegt und uns mit anderen erfahrenen Hobbywerklern beraten, ob und welche Balken ein Bett über die Zimmerbreite von knapp 3,70m ohne Zwischenstützen halten können. Ob das Überhaupt geht.

Der tapfere Mitstreiter und oberster Bauherr bei diesem Großprojekt hatte erstmal ein 3D-Modell am PC gebaut, mit realistischen Maßen. Das hat sehr geholfen, sich das ganze vorzustellen. Unsere Zimmertür ist sehr ungünstig gelegen, so dass ein Bett über drei Wände nicht möglich ist. Außerdem ist noch ein nerviger alter Kachelofen in der anderen Zimmerecke, für den wir schon ewig auf die Abrissgenehmigung des Hausbesitzers warten (und der hat auch noch gerade gewechselt) .

So sah einer der ersten Entwürfe aus.


Die Balken-Querstützen auf Kopfhöhe fand ich doof und Stützen mitten im Raum noch blöder. Wir wollten ja mehr freie Fläche. Dann haben wir uns überlegt, wieso machen wir nicht gleich eine ganze Hochebene, die über drei Wände geht, mit eingezogener Zwischenwand als "Sichtschutz" auf meine Arbeitsecke.


Balken und Wände sollten weiß werden, denn wir hatten doch ziemlich Bedenken, dass die Hochebene am Ende total erdrückend wirkt.

So ging es los:
Ich habe meinen Kram ausgeräumt und wir haben das alte Hochbett demontiert.
Wir wollten so viel wie möglich davon wieder verwerten.


Was haben wir geflucht, als wir die alte Farbe und die großzügig getackerte Stoffbespannung entfernt haben.
Und Himmel, war unser Geschmack mal kitschig :) .



Nebenbei haben wir auch begonnen, schrittweise die Wände zu streichen. Das war unkomplizierter, als erst alles komplett auszuräumen.

Dann endlich die erste Konsole, auf der später die Balken aufliegen. Wir waren sehr großzügig mit den Schrauben, da diese Wand nur knapp 6 cm dick ist.
Berliner Altbauwände sind die reinste Freude, jede birgt eine andere Überraschung.



Ich habe sehr lange nach kostenlosen oder günstigen Holzbalken gesucht und verschiedene Baumärkte verglichen aber man muss die Teile ja auch irgendwie nach Hause bekommen und einen 4 m langen Transporter hätten wir kostenpflichtig ausleihen müssen.

Die einfachste und günstigste Lösung sah dann so aus: drei Tage lang, jeden morgen, nachdem der kleine Mitbewohner in der Kita abgegeben war, haben wir einen 2 km Spaziergang zum nächsten Baumarkt und einen 2 km Rückmarsch mit 4 m Balken gemacht. Die Leute, die uns begegneten, haben sich sehr amüsiert.


Endlich alle Balken in den vierten Stock geschleppt und angebracht. Wirkt erfreulich stabil und abends wird gleich mal die Matratze aufgelegt für einen ersten Eindruck.

Wie ihr seht, haben wir einen neuen Klapptisch. Bei unserem selbst gebauten, hatte sich ein Gast zu entspannt auf die aufgeklappte Seite aufgelehnt... Der Ikea Norden lief uns günstig übern Kleinanzeigen - Weg und es passen nun auch noch mehr Leute ran.


Als nächsten kommen OSB-Platten drauf. 


Als Rausfallschutz wollte ich unbedingt Rundstäbe. Nun, die kosten im Baumarkt ein halbes Vermögen.

Da habe ich in den Kleinanzeigen ein Ikea-Hensvik Babybett für umsonst gefunden und weiteres nochmal für zehn Euro. Rundstäbe wohin das Auge reicht und bereits weiß lackiert. Perfekt! Und eigentlich sogar ein Ikea - Hack oder?


Viel mehr Zwischenstände haben wir dann leider gar nicht mehr dokumentiert. 
Es war echt so viiiiiiiiel Arbeit: die Geländer, die Stauraum Aufbauten, die Leiter und die Trennwand, da denkt man irgendwann nicht mehr an Fotos und will voran kommen. 

Wir haben insgesamt an die sechs Wochen gebraucht, da wir mit Kleinkind und Arbeit ja auch nicht Tag und Nacht hintereinander weg daran arbeiten konnten.

Schrauben, Sägen, schleifen, bohren, lackieren und streichen.



Inzwischen ist soweit alles fertig und wir sind stolz und glücklich über unseren neuen 12m² Schlaf- und Kuschelraum. Der Fernseher ist jetzt auch oben (wir schauen eh sehr selten), es ist sehr gemütlich geworden.

Es sind noch mehrere Kleinigkeiten nicht ganz fertig und wir haben noch ein paar Ideen, die so nach und nach umgesetzt werden sollen. Der doofe Ofen muss ja noch weg, danach wird sicher ein weiteres Mal umgeräumt. Das hat aber alles keine Eile.




Die Trennwand wollten wir erst aus Rigips machen, haben uns dann aber spontan entschieden einfach wieder OBS Platten an die Balken zu schrauben und diese zu tapezieren.

Jedenfalls ist das nun der "ordentliche" Blick vom Flur aus. Dahinter kann das kreative Chaos toben, ohne gleich entdeckt zu werden ;)


So sieht es dahinter aus...

Da ja der  Sch...Ofen noch steht und wir darum bisher keine Regale selber passgenau ins Hochbett integrieren konnten aber irgendwann auch mal wieder richtig einräumen wollten, habe ich in den Kleinanzeigen auf die schnelle einige Ikea Sachen zusammen gesucht. 

Den Eck-Schreibtisch Micke, ein schmales Billy und den Aspelund Schrank für insgesamt 50 EURO, da kann man auch ohne schlechtes Gewissen, irgendwann doch noch was anderes bauen.


Aus übrig gebliebenen Bettgitterstäben haben wir Bortenhalter gemacht, die man rausnehmen kann (und auch das Steckenpferdchen vom kleinen Mitbewohner ist ein Ikea Hack aus dem Bettchen ;))






Das ist Blick von der Tür aus in den Raum. Durch die weiße Farbe wirkt die niedrige Decke nicht allzu erdrückend, finden wir.




Herauf spaziert in die neue Chillzone.




Die Aufbauten haben wir aus reinen Resten zusammengeschustert. Innen eine Art Gerüst aus dünnen Balken vom alten Hochbett und dann Verkleidungen aus alten Schrankrückwänden (deswegen sind da teilweise ominöse Borlöcher drin.)



Ich hoffe, euch gefällt es auch. 

Wir sind super happy damit, wir haben mehr Freiraum und Ordnung gewonnen, eine viel gemütlichere Fernsehecke als vorher und bisher ist es auch noch nicht eingestürzt ;).

Bis bald!













Dienstag, 18. Februar 2014

Nicht umsonst aber drinnen

Zu Beginn war ich recht optimistisch, dass ich in der Verschenkrubrik auch Farben zum Streichen oder Lackieren finde.

Gibt's auch ab und zu. Jedoch sind das meist Reste und man muss sie sonst wo abholen, da kommt man mit einem guten Baumarktangebot doch letztlich zeitsparender und auch nicht viel teurer davon.

Dafür findet man bei den Kleinanzeigen manchmal unerwartet Dinge, nach denen man nicht ansatzweise gesucht hat und so hatte mein tapferer Mitstreiter am Wochenende das Vergnügen, einem 80 Jährigen (!) großzügig vergütete Nachhilfe in einem aktuellem Videoschnittprogramm zu geben (für dessen Urlaubsfilme), während der kleine Mensch und ich die anliegende Umgebung entdeckten und im Februar bei frühlingshaften Temperaturen ein erstes Picknick am Gloß Glienicker See zelebrierten.

Mit aufgebesserter Spesenkasse ging es also endlich weiter mit dem großen Flur: neue hochwertige Farbe (beim letzten Umzug von Freunden haben wir wieder festgestellt, dass man mit billiger Farbe leider keine Freude hat), neues Malerwerkzeug, so ist man gleich viel motivierter.

Unser Flur hat keine Fenster und ist laaang und dünn, also sollte er schnöde weiß bleiben werden.
Wahrscheinlich fällt es einem nur selbst auf aber es ist wirklich schön, wenn die ganzen Schmuddelzonen um Lichtschalter und Ecken wieder frisch weiß erstrahlen, vor allem, nachdem der kleine Mitbewohner letzte Woche auch noch mit rotem Filzstift an den Wänden die Größe der Puppenkinder markiert hatte (wir hatten eine Stelle im Flur, wo wir bisher ganz zart mit Bleistift das Wachstum unseres Sprößlings dokumentierten...).

Man hat gleich das absolute Frühjahrsputzfeeling!

Ok, die vergilbten und angeschrammten Türen mit mindestens 100 Vormieterlackschichten sind noch ein Dorn im Auge aber ans Lackentfernen trauen wir uns nicht so richtig ran, nachdem Klopftests ergaben, dass mindestens zwei Türen ehemals Glasfenster im oberen Bereich hatten, die hochprofessionell mit "Plastik/ Pappe/ Sperrholz - Wer weiß das schon?" ersetzt und über lackiert wurden.

Die Gestaltungsidee stand schnell fest. Wir sammeln schon seit Jahren kleine Metallrahmen vom Flohmarkt, mittlerweile haben wir bereits 79 Stück und damit auch alle an die Wand passen, musste eine neue, engere Anordnung her.
Weil die Bilder etwas schöner "strahlen" und gewollter in Szene gesetzt werden sollten, haben wir den Aufhängbereich grau unterlegt.



Wie man sieht, ist noch großzügig Platz für einige neue Flohmarktfunde!


Den Spiegel habe ich rabiat von seiner opulenten Barockkrone (so eine verschnörkelte Gipsverzierung oben dran) befreit und wir haben ihn etwas höher gehängt, vorher klebte er arg über unserem güldenen Werkzeugschrank.
Mir gefällt, dass die ganzen verspielten Goldrahmen (teilweise richtig alte Schätze) in dem grauen Feld trotzdem nicht zu kitschig wirken.




Natürlich mussten auch die aktuellen Lieblingsschuhe ganz dezent mit ins Bild eingebaut werden ;)


Ich freue mich, dass ihr wieder rein geschaut habt! Bis bald.


Sonntag, 26. Januar 2014

Ich hoffe, ich nerve nicht mit meinen täglichen Postings und hoffentlich habt ihr mich nicht schon als Spam markiert... ;)

Gute Neuigkeiten, ich habe tatsächlich mal wieder einen skurrilen Hauptgewinn bei den Kleinanzeigen errungen. Die Abenteuer, die man erlebt und die Menschen, die man kennen lernt, bei diesen "Übergabe-Blind-Dates" sind fast mit der größte Reiz an der Kleinanzeigensache.

Diesmal war es nix für die Wohnung, sondern mal wieder was für die Eikita vom Zwerg.

Erstaunlich, dass ich bei 17 Klicks überhaupt noch eine Chance hatte.


Die Rubrik "Lernspielzeug" finde ich im Nachhinein sehr witzig, da wir beim Abholen eine ganz schöne Überraschung erlebten. Die Lebensmittel sind Filmrequisiten, die uns einer der erfolgreichsten Werbefilmer Deutschlands überreichte (das haben wir später zu Hause recherchiert). 
Und zwar in seiner Firma, die vor beeindruckendem Filmequipment und interessanten Requisiten nur so überquoll. 
Wir haben inzwischen auch raus gefunden, dass die Sachen einen Wert von fast 700€ haben und finden es toll, das der Spender sie nicht verkauft hat, sondern einer guten Sache überlassen wollte. 
Er berichtete uns auch, dass nach uns pausenlos sein Telefon klingelte und er sogar gefragt wurde, ob er die Sachen gegen ein beachtliches Angebot nach Russland schicken würde... 
Da haben unsere Kids echt Glück gehabt. 


"Eine Torte waschen" auf der Liste, was mal alles mal im Leben gemacht haben sollte, abgehakt.


Ok, das Picknick ist extrem fleischhaltig aber immerhin trotzdem vegan ;).


Suchspiel: welche echten Lebensmittel haben wir dazwischen gemogelt.


Bei uns gab es heute trotz -11° gleich eine Grillparty!


Bis bald!