Donnerstag, 19. September 2013

Lumpensammlerphilosophie und Stapelkisten

Meine Schwiegermutter hat mich vor einer Weile mal (lieb gemeint) als "Lumpensammlerin" bezeichnet.

Nun, da mag sie ins Schwarze getroffen haben. Wenn mich jemand fragt, ob ich diesoderjenes noch gebrauchen kann, antworte ich grundsätzlich erstmal mit JA!
Sicherlich könnte ich das jetzt mit Antikonsum und Nachhaltigkeit erklären und aufbauschen aber ganz ehrlich: schon als Kind habe ich mit einer Freundin aus Spaß immer in die Mülltonnen geschaut, was da so Interessantes drin ist (auch wenn wir es oft nicht behalten durften...).

Ich denke in einem Endzeitfilm hätte ich die besten Überlebenschancen, weil ich sofort brauchbare Dinge horten würde :)
Ja, grundsätzlich finde ich lieber Dinge, als sie zu suchen.
Ich kaufe wirklich lieber Second Hand, das ist für mich stressfreier.

Manchmal gehe ich spaßeshalber durch alle Läden am Kudamm und denke mir: jetzt kaufst Du Dir mal was nigelnagelneues!
Es endet in Frust: so viele schöne/ interessante Dinge, ich kann mich nicht entscheiden oder gebe viel zu viel Geld (für viel zu wenig Dinge) aus.

Ich gehe gerne Pilze suchen, Flohmarkten, stöber in den Kleinanzeigen.
Ich bin nicht geizig.
Klar, Geld sparen ist natürlich auch erstrebenswert aber das Schatzsuchersyndrom ist bei mir einfach extrem ausgeprägt.

Heute ist mir bewusst geworden, dass mein Kind auch schon diesbezügliche Tendenzen entwickelt, da ich es scheinbar unterbewusst förder.
Sie darf ihre "Schätze" die sie findet natürlich mit heim nehmen = kleines Spielzeug, Haarspangen, Schnecken, Stöcke, Steine usw.
Beim 15ten Eislöffel gebiete ich schon auch mal Einhalt und sage, sie soll es lieber in den Müll werfen aber solange sie Spaß daran hat, man es abwaschen kann und es ihre Spielphantasie beflügelt, soll sie ihre Funde mitnehmen.

Andere Kinder dürfen das scheinbar nicht, denn im Kinderladen hat fast ausschließlich nur sie ihre Garderobenkiste voll mit "Zeug" -> heute beispielsweise eine Autohändlervisitenkarte, einen Schaumgummirest, eine große Schraube und einen kleinen schwarzen Magnet, das hat sie alles beim Kita-Ausflug zum Spielplatz gefunden (ich finde es toll *Lumpensammlermutterstolz*). Schön, auch, dass es die Erzieherinen scheinbar erlauben, dass sie diesen "Müll" mitnimmt.

Gut, kommen wir wieder zu mir.

In unserem Haus ist ein Pizzaimbiss, der fast täglich kleine Stapelkisten in die gelbe Tonne wirft.
Ich habe mir das lange angeschaut, denn in Berlin gibt es viele Menschen, die "hauptberuflich" die Tonnen durchwühlen :/ und denen wollte ich nun wirklich nix wegnehmen.

Für die Stapelkistchen interessiert sich aber offenkundig keiner außer mir, also habe ich ein paar mit genommen (immerhin hat der Italiener nun auch wieder Platz in der überquellenden Tonne).

Die kleinen Kisten sind perfekt für meinen Nähkram (Overlockgarnrollen usw.) uns auch Wurstjes Duplosteine (vorher in einer großen IKEA-Tüte) sind jetzt platzsparend und übersichtlicher sortiert.




Kastanien sammeln ist das größte Schatzsucherglück überhaupt (für Groß und Klein!)


Kissen aus altem "ZuschadezumAbtrocknen" Handtuch:





















Samstag, 14. September 2013

Ich weiß nicht, ob hier noch manchmal  jemand vorbei schaut:

Sommerpause beendet, es geht weiter!

Ja, hier war lange tote Hose aber: wer hat schon Lust bei 30° (wenn man wie wir ganz oben unterm Dachboden wohnt auch Nachts) Möbel zu schleppen, zu restaurieren oder sich auch überhaupt nur in der Wohnung aufzuhalten...

Ich habe durchaus nette Kleinanzeigen - Funde gemacht (z.B. mehrere Rollen modrigen Stoff, der nach einigen Tagen Dörrofen (unserem Balkon) und Waschmaschine absolut brauchbar ist (für irgendwann und wasauchimmer)), die aber nicht darüber hinweg täuschten, dass es dringlichere Projekte gibt.

Denn die gemütlichste Einrichtung taugt nix, wenn die Wohnbasis nicht passt = Wände/ Boden usw. sind abgenudelt/ schmuddelig.

Wir haben immer gehofft, dass dieser Kelch an uns vorübergeht, doch da in Berlin derzeit die meisten (inklusive wir) froh sind überhaupt irgendwo zu wohnen, habe ich mir letzte Woche Spachtel und einen ausgeborgten Dampfreiniger geschnappt und begonnen, die Tapetenschichten von Generationen abzuspachteln.

Es waren insgesamt vier Tapeten übereinander mit unschätzbar vielen Farbschichten, da kann auch der Dampfreiniger keine Wunder mehr vollbringen und wir haben bereits für den klitzekleinen Flur zwischen Hauptflur und Küche zwei Tage mit Tapetekratzen verbracht... Nicht gerade motivierend aber voraussehbar.
Irgendwer ist eben immer der Dumme und wer eine schöne Wohnung will muss leiden (oder Geld für Handwerker haben oder umziehen) ;)

Nach dem Abspachtelmarathon stagnierte die Renovierung gleich wieder, da uns erstens die halbe Decke entgegen gebröckelt kam und wir eine offene Leitung entdeckten. Nun ist erstmal unsere Hausverwaltung am Zug.
Der erstaunlich gelassene Angestellte zeigte sich sogar interessiert an unserem Flur- und Küchenfußboden (bröckeliges Irgendwas über eventuellen Dielen, was es unmöglich macht, selbst was Vernünftiges auszulegen (Laminat z.B.), und die ganzen Bruchstellen nach kurzer Zeit auch Auslegware verschleißen.

Ich hoffe sehr, kommende Woche wird hier einiges ohne unser Zutun abgehen!



So ging es los...







Klar, nach ca. 30 Jahren war sowas unter der Fassade eines Altbaus zu erwarten aber wenn man die Bilder sieht, wird einem doch anders...