Freitag, 25. Januar 2013

Wie gestern angedeutet, hat uns der letzte Part des Drehstuhls, das Annähen der Knöpfe, ziemlich zur Verzweiflung getrieben. Und das zu genau dem Zeitpunkt, wo man eigentlich schon ständig hibbelt "gleich bin ich fertig"!

Das Beziehen der Polster klappte noch ganz gut.
Wir hatten wir uns bei den Maßen trotz mehrmaligem Nachmessen zwar doch vertan und ich musste noch 2cm Schaumstoffstreifen an das Sitzpolster nähen.
Solche merkwürdigen Umgereimtheiten passieren uns leider noch oft bei Heimwerkerprojekten, das unterscheidet wohl den Profi vom Hobbywerkler.


Da diese Seite hinten ist und vom Rückenpolster verdeckt wird, fällt meine Improvisation zum Glück nicht auf.

Ich fasse das nachfolgende fast dreistündige Drama kurz zusammen:
10cm dickes Sitzpolster zu durchstechen und die Knöpfe darauf so straff zu spannen, dass sie sich schön eindellen, ist zum einen körperliche Schwerstarbeit, das hätte ich alleine nicht schaffen können und war auch mit starkem Mitstreiter ein reiner Kraftakt.

Zum anderen haben wir ganz naiv die klassischen Prym Knöpfe zum selber Beziehen geholt.


Hier seht ihr unsere hoch professionelle Knopffixierung = gleichzeitiges Spannsystem (damit alle Knöpfe ungefähr gleich tief eindellen) auf der Unterseite.

Fast die Hälfte der bezogenen Knöpfe vorne hat dem Zug nicht standgehalten und die Metallösen sind schon beim Spannen einfach ausgerissen.
Sehr (!) ärgerlich, ist ja auch nicht gerade günstig dieses "Patent"- Zeug.
Da werden wir uns definitiv noch mal umsehen müssen, wer uns richtige Polsterknöpfe beziehen kann, denn wenn man sich immer nur ganz vorsichtig drauf setzen kann und nicht getraut, sich zu bewegen, damit einem die Dinger nicht um die Ohren fliegen, macht es nicht so richtig Spaß...

Wunderschön ist er trotzdem geworden, endlich habe ich auch meinen eigenen "Designklassiker"zu Hause stehen.
Hoffentlich kann mein tapferer Mitstreiter bald auch drauf sitzen ohne die Luft anzuhalten!
Ein passendes Füsschen fehlt auch noch.

Im Baumarkt gibt es nur diese nicht sonderlich stylischen Plastikrollen, darum habe ich eine Weile recherchiert, um den Hersteller herauszufinden und diesen anzufragen, ob es noch eine passende Rolle für uns gibt.
Das war gar nicht so einfach. Auf der Unterseite ist das zu finden (unter dem Kleber steht Ring Mekanikk):


Die Firma WINI macht leider nur Schreibtische und Schränke, dort war man aber sehr hilfbereit und hat mir einen heißen Tipp gegeben, dem ich gerade nachgehe. Vielleicht habe ich Glück, drückt mir die Daumen.

Hier aber nun endlich Bilder vom vorläufigen Endprodukt!




Und nochmal zur Erinnerung:


Schönes Wochenende!

Donnerstag, 24. Januar 2013

Weiter geht's mit dem Drehstuhl.

Bezug und Polster befanden sich ja schon mitten im Zersetzungsprozess und da ich nicht waschbare Textilien nur von Leuten gebraucht übernehme, die ich gut kenne, haben wir in neue Polster, Bezugsstoff, Tackernägel und beziehbare Knöpfe investiert.

Das Polster haben wir bei Der Schaumstoffladen geholt, die haben uns gleich alle benötigten Teile in gewünschter Größe zugeschnitten und für alles haben wir knapp 29,00EUR bezahlt.


Man kann sich natürlich stattdessen eine günstige/ kostenlose gebrauchte Matratze in der Wunschdicke organisieren (gerade in den Kleinanzeigen gibt es viel) und diese selber zerteilen, dafür braucht man aber einen guten Cutter, ein großes scharfes Messer (vielleicht sogar eine Laubsäge?) und Geduld.

Das Beziehen ging zu zweit ziemlich problemlos und schnell. Das hat richtig Spaß gemacht.
Die Rundungen lassen sich besser anpassen, wenn man das Kunstleder vorher mit dem Föhn erwärmt.

Wenn man einen Elektrotacker hat, kommt man sicher auch alleine gut voran aber meine Fingerspannweite ist zu klein, um unseren mechanischen Tacker mit nur einer Hand zu bedienen (und der anderen den Stoff zu halten.)




Nachfolgend sieht man, dass ein Tacker doch genauso ein Lebewesen mit eigenem Willen ist, der nicht immer mit dem eigenen konform geht. Zum Glück werden die krummen Nägel später vom Polster verdeckt.



Fertig! Außen hui, innen noch - naja.


Bis hierhin lief alles glatt. Das Bespannen der Polster und vor allem die Knöpfe haben sich jedoch als Grauhaarerzeuger heraus gestellt.

Da wir uns heute genug damit gestresst haben, werde ich euch ein anderes Mal davon berichten.
(Ich verrate vorab: es wird ein happy End geben.)


Montag, 21. Januar 2013

Momentan bin ich ziemlich erfolglos, was die Kleinanzeigen betrifft.

Es gibt zwar viele interessante Dinge, die mich zu Projekten inspirieren, doch in den letzten Tagen war mein Objekt der Begierde beim Anfragen stets bereits an andere vergeben (es gibt tatsächlich Leute, die noch öfter stöbern als ich).
Einen alten Holzküchentisch, schickes Laminat und eine Fotoleinwand haben mir in den vergangenen Tagen andere Glückliche weggeschnappt.

Sehr ärgerlich (ich kann mich beachtlich reinsteigern, wie perfekt z.B. dieser eine Tisch zu uns gepasst hätte) aber heute hat sich ein neues Projekt ergeben, was mir die Verarbeitung meiner Verluste etwas leichter macht.

Mein tapferer Mitstreiter hat mich heute morgen angerufen mit der frohen Botschaft, auf dem Weg zum Kinderladen unseres kleinen Mitbewohners stehe ein wirklich arg ramponierter 70er Jahre Bürostuhl, ob ich den mal anschauen will. Eine rhetorische Frage.
Natürlich war es kein Pollock oder Eames aber ich fand ihn cool genug, um ihn trotz desolatem Zustand (mit Hilfe von t. M. ) heimzuschleppen, unter anderem auch, da ich finde, dass der aktuelle Chefsessel vom t. M. für einen Neukauf von vor zwei Jahren erschreckend verschlissen und wackelig ist.

Viel Vorrede, hier nun endlich ein Bild. Wer kein Herz für Designklassiker (und demzufolge meistens generell Vintagemöbel) hat, wird sich wahrscheinlich denken: Hä? Ranziger alter Stuhl!

Eigentlich stimmt es auch. Hier ist er. Und auch noch eingeschneit, der Arme.


Weil heute keine dringenden Dinge anlagen, konnten wir uns es genehmigen, nach dem Abtauen unseres neuen Freundes, die Woche mit zwei Stunden radikaler Demontage zu beginnen. 
Wir sind nicht sehr pingelig aber der Stuhl war einfach zu versifft, um irgendwas von den Bezügen oder der Polsterung weiter zu verwenden. 



Der Hersteller hat wahrlich nicht mit Tackernägeln gegeizt - nun bin ich Profi im TackernägelmitdemSchraubenzieheraushebeln. Wer weiß, wofür das nochmal gut sein wird.


Geschätzte 500 Tackernägel und eine große Mülltüte verlottertem Polster + Bezug später: back to the roots!


Was nun ansteht:
- neues Sitz- und Lehn-Polster
- neuer Bezug außen und innen
- neue Rollfüßchen
- neue Armlehnen-Polster

Viel zu tun. Bis bald!





Freitag, 11. Januar 2013

Diese Woche habe ich in den Kleinanzeigen zwar kein Angebot für unsere Inneneinrichtung, stattdessen für den Kinderladen unseres kleinen Mitwohners gefunden.

Eine regionale Druckerei verschenkte "Papierreste" an Kitas, Schulen und soziale Einrichtungen.


Dieses Angebot kam wie gerufen! Denn im Kinderladen werden momentan meistens Werbeblöcke oder alte Karteikarten zum Malen und Basteln verwendet, weil schönes Papier teuer ist, darum habe ich mich sofort gemeldet.

Fahrt in den Prenzlauer Berg.

Die stylische Residenz des Spenders

Von der ganzen großzügigen Ausbeute (ein gefühlter Zentner) hochwertiges, wunderschönes dickes und tw. riesengroßes (A0) Papier, gibt es keine Bilder weil wir dann doch alle Hände benötigten, um zu zweit die ganzen Schätze irgendwie ins Auto und in den Kinderladen zu schleppen.

Das hier sind die "kleinen Reste"
Ich finde es wirklich toll, dass sich eine Firma dieser Größe die Mühe macht, ihren "Abfall", so sinnvoll und direkt zu "entsorgen". Unser Kinderladen hat nun für lange Zeit keinen Papiermangel mehr und ich bin bereits gespannt auf viele neue kreative Werke.

Außerdem wurde diese Woche das erste Blogprojekt erfolgreich beendet, tatatataaaaa!

Ihr erinnert Euch?




Das Abschleifen und Lackieren hat (wie befürchtet) doch vieeele Nerven und Hilfseinsätze vom Mann gekostet, deswegen gibt es davon auch keine bebilderte Dokumentation (man hätte im Lackrest- und Holzstaubnebel sowieso nur wenig erkennen können...)  Also kommen wir gleich zu erfreulicheren Dingen, dem Endergebnis!


Ein Brett mussten wir aussortieren, weil es zu vermodert war. Das ist allerdings gar nicht so tragisch, so passen unten auch meine hohen Stiefel rein.

Das Regal ist uns wirklich ans Herz gewachsen, es wurde vor langer Zeit von jemandem  (unprofessionell² aber trotzdem charmant) selbst zusammengezimmert. Gut, dass wir es aus seinem Kellerverlies befreit haben.
Ob ich diese Vorhangstange wieder ranbauen und mit einem passenden Vorhang versehe, weiß ich noch nicht. Dem tapferen Mitstreiter gefällt es ohne besser.

An der Rückseite und dem Regalboden, den wir leider wegwerfen mussten, weil er morsch und mit toten Tierchen übersät war, befand sich sogar eine Geheimklappe für einen Tresor, der sich an der Stelle in der Wand befand, vor der dieses Regal stand, spektakulär oder?  Wir könnten an der Stelle maximal einen Geheimtunnel zu unseren Nachbarn hinter der Klappe verbergen, denn die Berliner Wände sind so dünn, dass selbst schlichte Bohrversuche von nebenan meistens bis zu uns durchdrangen...

Diese Woche war für Umsonst und Drinnen also ziemlich produktiv. Ein erholsames Wochenende haben wir uns verdient und ich wünsche es euch ebenfalls! 

Donnerstag, 3. Januar 2013

Prospektrecycling für die Spielküche

Die vergangenen Tage waren wir - wie die meisten - mit Essen, Rumsitzen, Familie und Freunde treffen beschäftigt. Nun wird es aber Zeit wieder kreativ zu werden.

Heute gibt es eine umsonst und drinnen Spielidee, die unserem kleinsten Mitbewohner großen Spaß bereitet und die sich besonders für Reisen oder längere Besuche (wie in unserem Fall Weihnachten) eignet.


Bei uns ist aktuell "Küche, Kochen und Servieren" ein sehr beliebter Zeitvertreib aber wenn man mit Kleinkind in den Weihnachtsurlaub verreist, sind die Koffer auch ohne Kinderküchenutensilien zum Bersten voll.


Die Großeltern hatten allerdings, wie eigentlich jeder Haushalt ohne den "keine Werbung einwerfen"-Kleber, fast täglich Prospekte der umliegenden Supermärkte im Briefkasten.

Damit ließ sich mit wirklich wenig Aufwand, dafür gemütlichem gemeinsamem Basteln, eine beachtliche Lebensmittelration für diverse Kaufmannsladen- und Küchenspiele herstellen und hat nebenbei noch eine sinnvolle Verwertung des Prospektpapiers.



Ihr braucht neben dem Werbeprospekt eine Schere, und idealerweise Leim und einfarbiges Papier/ Pappe (zur Not geht's auch ohne).

Größere Kinder können dieses Projekt auch schon alleine basteln, bei kleineren muss jemand helfen.  
 

Sucht euch eure Wunschmotive aus und schneidet sie aus. (Ist keine Schere zur Stelle, kann man die Motive auch vorsichtig herausreißen, das erfordert aber etwas mehr Geschick.)

 


Weil die Rückseite meistens auch bedruckt ist, klebt ihr die Motive dann auf das einfarbige Papier oder die Pappe.

 

Schneidet die Bilder ein weiteres Mal aus. Fertig!

 

Es ist angerichtet :)

 

PS: Projekt Schuhregal wird demnächst weitergehen, da ich nun stolze Besitzerin eines Heißluftföns bin (Erbstück von Opa).