Mittwoch, 21. Mai 2014

Da bin ich endlich wieder, denn ich wollte euch schon längst berichten, wie unser Renoviermarathon weiter verlaufen ist.

Wir sind/ waren inzwischen im großen Wohn-/ Schlaf-/ Arbeitsraum angekommen und hatten mehrere Wünsche:

- mehr Stauraum für meinen Kram (Stoffe, Wolle, Bastelzeugs)
- meine Arbeitsecke neu gestalten, damit Besucher nicht schon vom Flur aus mein Werkelchaos sehen, wenn ich gerade an einem Projekt sitze.
- mehr Stauraum für den Kram des Mitstreiters (Stative, sperrige Lichtformer)
- eine Hochbettleiter, die nicht immer doof im Weg rumsteht
- ein Hochbett, das Kindersicher ist
- insgesamt irgendwie mehr freien Raum zum Leben schaffen und unseren Kram "verstecken"

Plan war also, das alte Hochbett auseinander nehmen und ein größeres Hochbett mit Stauraum - Aufbauten von Wand zu Wand zu bauen.
Wir haben lange überlegt und uns mit anderen erfahrenen Hobbywerklern beraten, ob und welche Balken ein Bett über die Zimmerbreite von knapp 3,70m ohne Zwischenstützen halten können. Ob das Überhaupt geht.

Der tapfere Mitstreiter und oberster Bauherr bei diesem Großprojekt hatte erstmal ein 3D-Modell am PC gebaut, mit realistischen Maßen. Das hat sehr geholfen, sich das ganze vorzustellen. Unsere Zimmertür ist sehr ungünstig gelegen, so dass ein Bett über drei Wände nicht möglich ist. Außerdem ist noch ein nerviger alter Kachelofen in der anderen Zimmerecke, für den wir schon ewig auf die Abrissgenehmigung des Hausbesitzers warten (und der hat auch noch gerade gewechselt) .

So sah einer der ersten Entwürfe aus.


Die Balken-Querstützen auf Kopfhöhe fand ich doof und Stützen mitten im Raum noch blöder. Wir wollten ja mehr freie Fläche. Dann haben wir uns überlegt, wieso machen wir nicht gleich eine ganze Hochebene, die über drei Wände geht, mit eingezogener Zwischenwand als "Sichtschutz" auf meine Arbeitsecke.


Balken und Wände sollten weiß werden, denn wir hatten doch ziemlich Bedenken, dass die Hochebene am Ende total erdrückend wirkt.

So ging es los:
Ich habe meinen Kram ausgeräumt und wir haben das alte Hochbett demontiert.
Wir wollten so viel wie möglich davon wieder verwerten.


Was haben wir geflucht, als wir die alte Farbe und die großzügig getackerte Stoffbespannung entfernt haben.
Und Himmel, war unser Geschmack mal kitschig :) .



Nebenbei haben wir auch begonnen, schrittweise die Wände zu streichen. Das war unkomplizierter, als erst alles komplett auszuräumen.

Dann endlich die erste Konsole, auf der später die Balken aufliegen. Wir waren sehr großzügig mit den Schrauben, da diese Wand nur knapp 6 cm dick ist.
Berliner Altbauwände sind die reinste Freude, jede birgt eine andere Überraschung.



Ich habe sehr lange nach kostenlosen oder günstigen Holzbalken gesucht und verschiedene Baumärkte verglichen aber man muss die Teile ja auch irgendwie nach Hause bekommen und einen 4 m langen Transporter hätten wir kostenpflichtig ausleihen müssen.

Die einfachste und günstigste Lösung sah dann so aus: drei Tage lang, jeden morgen, nachdem der kleine Mitbewohner in der Kita abgegeben war, haben wir einen 2 km Spaziergang zum nächsten Baumarkt und einen 2 km Rückmarsch mit 4 m Balken gemacht. Die Leute, die uns begegneten, haben sich sehr amüsiert.


Endlich alle Balken in den vierten Stock geschleppt und angebracht. Wirkt erfreulich stabil und abends wird gleich mal die Matratze aufgelegt für einen ersten Eindruck.

Wie ihr seht, haben wir einen neuen Klapptisch. Bei unserem selbst gebauten, hatte sich ein Gast zu entspannt auf die aufgeklappte Seite aufgelehnt... Der Ikea Norden lief uns günstig übern Kleinanzeigen - Weg und es passen nun auch noch mehr Leute ran.


Als nächsten kommen OSB-Platten drauf. 


Als Rausfallschutz wollte ich unbedingt Rundstäbe. Nun, die kosten im Baumarkt ein halbes Vermögen.

Da habe ich in den Kleinanzeigen ein Ikea-Hensvik Babybett für umsonst gefunden und weiteres nochmal für zehn Euro. Rundstäbe wohin das Auge reicht und bereits weiß lackiert. Perfekt! Und eigentlich sogar ein Ikea - Hack oder?


Viel mehr Zwischenstände haben wir dann leider gar nicht mehr dokumentiert. 
Es war echt so viiiiiiiiel Arbeit: die Geländer, die Stauraum Aufbauten, die Leiter und die Trennwand, da denkt man irgendwann nicht mehr an Fotos und will voran kommen. 

Wir haben insgesamt an die sechs Wochen gebraucht, da wir mit Kleinkind und Arbeit ja auch nicht Tag und Nacht hintereinander weg daran arbeiten konnten.

Schrauben, Sägen, schleifen, bohren, lackieren und streichen.



Inzwischen ist soweit alles fertig und wir sind stolz und glücklich über unseren neuen 12m² Schlaf- und Kuschelraum. Der Fernseher ist jetzt auch oben (wir schauen eh sehr selten), es ist sehr gemütlich geworden.

Es sind noch mehrere Kleinigkeiten nicht ganz fertig und wir haben noch ein paar Ideen, die so nach und nach umgesetzt werden sollen. Der doofe Ofen muss ja noch weg, danach wird sicher ein weiteres Mal umgeräumt. Das hat aber alles keine Eile.




Die Trennwand wollten wir erst aus Rigips machen, haben uns dann aber spontan entschieden einfach wieder OBS Platten an die Balken zu schrauben und diese zu tapezieren.

Jedenfalls ist das nun der "ordentliche" Blick vom Flur aus. Dahinter kann das kreative Chaos toben, ohne gleich entdeckt zu werden ;)


So sieht es dahinter aus...

Da ja der  Sch...Ofen noch steht und wir darum bisher keine Regale selber passgenau ins Hochbett integrieren konnten aber irgendwann auch mal wieder richtig einräumen wollten, habe ich in den Kleinanzeigen auf die schnelle einige Ikea Sachen zusammen gesucht. 

Den Eck-Schreibtisch Micke, ein schmales Billy und den Aspelund Schrank für insgesamt 50 EURO, da kann man auch ohne schlechtes Gewissen, irgendwann doch noch was anderes bauen.


Aus übrig gebliebenen Bettgitterstäben haben wir Bortenhalter gemacht, die man rausnehmen kann (und auch das Steckenpferdchen vom kleinen Mitbewohner ist ein Ikea Hack aus dem Bettchen ;))






Das ist Blick von der Tür aus in den Raum. Durch die weiße Farbe wirkt die niedrige Decke nicht allzu erdrückend, finden wir.




Herauf spaziert in die neue Chillzone.




Die Aufbauten haben wir aus reinen Resten zusammengeschustert. Innen eine Art Gerüst aus dünnen Balken vom alten Hochbett und dann Verkleidungen aus alten Schrankrückwänden (deswegen sind da teilweise ominöse Borlöcher drin.)



Ich hoffe, euch gefällt es auch. 

Wir sind super happy damit, wir haben mehr Freiraum und Ordnung gewonnen, eine viel gemütlichere Fernsehecke als vorher und bisher ist es auch noch nicht eingestürzt ;).

Bis bald!













Dienstag, 18. Februar 2014

Nicht umsonst aber drinnen

Zu Beginn war ich recht optimistisch, dass ich in der Verschenkrubrik auch Farben zum Streichen oder Lackieren finde.

Gibt's auch ab und zu. Jedoch sind das meist Reste und man muss sie sonst wo abholen, da kommt man mit einem guten Baumarktangebot doch letztlich zeitsparender und auch nicht viel teurer davon.

Dafür findet man bei den Kleinanzeigen manchmal unerwartet Dinge, nach denen man nicht ansatzweise gesucht hat und so hatte mein tapferer Mitstreiter am Wochenende das Vergnügen, einem 80 Jährigen (!) großzügig vergütete Nachhilfe in einem aktuellem Videoschnittprogramm zu geben (für dessen Urlaubsfilme), während der kleine Mensch und ich die anliegende Umgebung entdeckten und im Februar bei frühlingshaften Temperaturen ein erstes Picknick am Gloß Glienicker See zelebrierten.

Mit aufgebesserter Spesenkasse ging es also endlich weiter mit dem großen Flur: neue hochwertige Farbe (beim letzten Umzug von Freunden haben wir wieder festgestellt, dass man mit billiger Farbe leider keine Freude hat), neues Malerwerkzeug, so ist man gleich viel motivierter.

Unser Flur hat keine Fenster und ist laaang und dünn, also sollte er schnöde weiß bleiben werden.
Wahrscheinlich fällt es einem nur selbst auf aber es ist wirklich schön, wenn die ganzen Schmuddelzonen um Lichtschalter und Ecken wieder frisch weiß erstrahlen, vor allem, nachdem der kleine Mitbewohner letzte Woche auch noch mit rotem Filzstift an den Wänden die Größe der Puppenkinder markiert hatte (wir hatten eine Stelle im Flur, wo wir bisher ganz zart mit Bleistift das Wachstum unseres Sprößlings dokumentierten...).

Man hat gleich das absolute Frühjahrsputzfeeling!

Ok, die vergilbten und angeschrammten Türen mit mindestens 100 Vormieterlackschichten sind noch ein Dorn im Auge aber ans Lackentfernen trauen wir uns nicht so richtig ran, nachdem Klopftests ergaben, dass mindestens zwei Türen ehemals Glasfenster im oberen Bereich hatten, die hochprofessionell mit "Plastik/ Pappe/ Sperrholz - Wer weiß das schon?" ersetzt und über lackiert wurden.

Die Gestaltungsidee stand schnell fest. Wir sammeln schon seit Jahren kleine Metallrahmen vom Flohmarkt, mittlerweile haben wir bereits 79 Stück und damit auch alle an die Wand passen, musste eine neue, engere Anordnung her.
Weil die Bilder etwas schöner "strahlen" und gewollter in Szene gesetzt werden sollten, haben wir den Aufhängbereich grau unterlegt.



Wie man sieht, ist noch großzügig Platz für einige neue Flohmarktfunde!


Den Spiegel habe ich rabiat von seiner opulenten Barockkrone (so eine verschnörkelte Gipsverzierung oben dran) befreit und wir haben ihn etwas höher gehängt, vorher klebte er arg über unserem güldenen Werkzeugschrank.
Mir gefällt, dass die ganzen verspielten Goldrahmen (teilweise richtig alte Schätze) in dem grauen Feld trotzdem nicht zu kitschig wirken.




Natürlich mussten auch die aktuellen Lieblingsschuhe ganz dezent mit ins Bild eingebaut werden ;)


Ich freue mich, dass ihr wieder rein geschaut habt! Bis bald.


Sonntag, 26. Januar 2014

Ich hoffe, ich nerve nicht mit meinen täglichen Postings und hoffentlich habt ihr mich nicht schon als Spam markiert... ;)

Gute Neuigkeiten, ich habe tatsächlich mal wieder einen skurrilen Hauptgewinn bei den Kleinanzeigen errungen. Die Abenteuer, die man erlebt und die Menschen, die man kennen lernt, bei diesen "Übergabe-Blind-Dates" sind fast mit der größte Reiz an der Kleinanzeigensache.

Diesmal war es nix für die Wohnung, sondern mal wieder was für die Eikita vom Zwerg.

Erstaunlich, dass ich bei 17 Klicks überhaupt noch eine Chance hatte.


Die Rubrik "Lernspielzeug" finde ich im Nachhinein sehr witzig, da wir beim Abholen eine ganz schöne Überraschung erlebten. Die Lebensmittel sind Filmrequisiten, die uns einer der erfolgreichsten Werbefilmer Deutschlands überreichte (das haben wir später zu Hause recherchiert). 
Und zwar in seiner Firma, die vor beeindruckendem Filmequipment und interessanten Requisiten nur so überquoll. 
Wir haben inzwischen auch raus gefunden, dass die Sachen einen Wert von fast 700€ haben und finden es toll, das der Spender sie nicht verkauft hat, sondern einer guten Sache überlassen wollte. 
Er berichtete uns auch, dass nach uns pausenlos sein Telefon klingelte und er sogar gefragt wurde, ob er die Sachen gegen ein beachtliches Angebot nach Russland schicken würde... 
Da haben unsere Kids echt Glück gehabt. 


"Eine Torte waschen" auf der Liste, was mal alles mal im Leben gemacht haben sollte, abgehakt.


Ok, das Picknick ist extrem fleischhaltig aber immerhin trotzdem vegan ;).


Suchspiel: welche echten Lebensmittel haben wir dazwischen gemogelt.


Bei uns gab es heute trotz -11° gleich eine Grillparty!


Bis bald!

Mittwoch, 27. November 2013

Damit hier mal wieder was Neues zu sehen ist...

Bitte keine Nachfragen zur Renovierung des kleinen Flurs...
Irgendwie ist andauernd was Dringenderes zu tun, wir hatten Besuch und waren verreist.

Immerhin haben wir es nach Wochen geschafft, Tapete und Tapezierwerkzeuge zu organisieren. Es kann sich also nur noch um weitere Wochen handeln.

Zumindest drei kleinere Projekte kann ich euch zeigen.
Zum Geburtstag bekam unser plötzlich schon drei Jahre altes (wie konnte das passieren?) Kind dieses Jahr Kaufmannsladenkram.
Eine tolle Sache, weil alle Gerne-was-schenken-wollenden etwas beisteuern konnten.

Da die käuflichen Kaufmannsläden alle viel zu groß für unsere Wohnung sind, haben wir ein ganz kleines Kaufmannsladenregal gebaut, was perfekt in eine freie Nische des Kinderzimmers passt und auch andere Funktionen übernehmen kann, wenn das Verkaufen mal uninteressant wird.

Man muss sich zum Verkaufen dahinter knien, ansonsten steht es an der Wand.
Das war ein schönes unkompliziertes Projekt für Holzreste und Holzdübel, die wir noch da hatten.



Zum nächsten Projekt hat mich meine Mama angeregt, die hatte das nämlich in einer TV-Sendung gesehen: "Vintage Zapfen".
Total easy: noch geschlossenes Zapfen sammeln, möglichst schluderig mit Dispersionsfarbe (in meinem Fall ein alter Rest verdünnte weiße Wandfarbe) bepinseln und an einem warmen Ort liegen lassen, bis sich die Zapfen öffnen.


Größere brauchen bis zu zwei Wochen, diese Minizapfen hier waren bereits nach einem Tag "fertig" aufgeblüht.
Fehlt nur noch eine Mama, die euch ihre geheimen Zapfensammelstellen zeigt, wie meine :).


Ich wollte mir vorrangig Ohrringe daraus basteln aber da reichen ja 2 Stück, die restlichen habe ich meinem tapferen Mitstreiter vermacht, der jedes Jahr einen Adventskranz bastelt. Mir persönlich sind Adventskränze so grundsätzlich gesehen zu kitschig und traditionell aber ich akzeptiere sie :).

Schlicht und natürlich gehalten und ohne Tonnen an Glitzer und Schnullideko, gefallen sie mir dann auch sehr gut.
Die güldenen Kerzenhalter sind mir zwar fast wieder zu viel, aber die nutzen wir jedes Jahr und wenn kommendes Wochenende noch weiße Kerzen hineingesteckt werden, sieht man das Gold ja auch nicht mehr sofort.


Das Grün besteht dieses Jahr erstmals aus selbst gesammelter Eibe, einer Pflanze, deren Namen ich nicht kenne - ich nenne sie aufgrund der Optik "stacheliger Loorbeer" und einigen Fichten-Ästchen.



Mein ursprünglich favorisierter Adventskranz war eine Idee aus dem Pinterestwunderland.

Ein charismatischer Ast mit Löchern in Teelichtdurchmessergröße.
Mein tapferer Mitstreiter war auch gleich für einen Raubzug im Wald zu begeistern. Leider entpuppte sich unser erster Fund zu Hause als Kellerasselhochburg und wanderte unverzüglich wieder an die frische Luft.
Außerdem war das erste Aststück viel zu groß, weswegen wir beim nächsten Streifzug unsere Akku-Kreissäge mitnahmen, um Fundholz vor Ort gleich etwas zu verkleinern.

Man glaubt gar nicht, wie kriminell man sich fühlt, wenn man im Wald eine Handkreissäge anwirft. Die klingt auch gleich 10x so laut, wie sonst. Dabei war der ganze Wald frisch beschnitten, es lag tonnenweise Geäst rum und es hätte sicher keiner was dagegen gehabt, dass wir uns einen Ast davon als Kerzenständer aussuchen und vor Ort gleich noch etwas kürzen.

Wir brachten also (vollgepumpt mit Adrenalin) einen neuen Ast nach Hause und bearbeiteten ihn mit einem Fräsaufsatz für die Bohrmaschine.


Der Ast ging mehrere Tage zu aller Freude voll in seiner neuen Bestimmung auf, bis ich plötzlich beim Putzen entdeckte, dass kleine Mehlhäufchen unter dem Ast lagen und an die 50 Minilöchlein das Aststück verzierten!

Offensichtlich hatte die Kerzenwärme verstecktes Innenleben zur Flucht aktiviert: Holzwürmer!!!

Ich wollte meinen liebgewonnenen Teelichthalter jedoch nur ungern wieder aufgeben.
Meine Internetrecherche zur Holzwurmbekämpfung ergab dann: Ast = zu groß für Mikrowelle. Ast = zu groß für Eisfach. Also legte ich das Teil seeeeehr laaaaaange in den Backofen bei knapp über 100°.

Bisher sind uns toitoitoi keine neuen Löcher oder Mehlspuren aufgefallen und ich hoffe, der Wurm hat kapituliert.


Adios!





Mittwoch, 13. November 2013

Ihr merkt schon: hier geht grad nix.
Irgendwie ist der Wurm drin.

Die Handwerker haben im kleinen Flur "ihr Soll erfüllt" = knausriges Budget von der Hausverwaltung = lieblose Umsetzung = OSB-Platten als "neuer Fußboden" mit unschön festgeleimten Scheuerleisten, dabei hatten wir extra gebeten, keine zu machen, damit man noch irgendwas anderes verlegen kann...
Aber ich will hier nicht über Handwerker jammern.

Dann habe ich viiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeele Kleinanzeigen durchforstet und vieles hätte cool werden können, war aber bereits vergeben oder hat einfach nicht geklappt.

Wir hatten beispielsweise ein Treffen mit einem Handwerker, der uns die Wände gegen eine Homepage verspachteln wollte. Leider hat er dann noch jemanden gefunden, der nur Malerarbeiten wollte fürs gleiche Gegenangebot (oder er hatte keine Lust mehr).

Ich habe ein Ikea-Regal entdeckt, dass auf den ersten Blick "Oh, ein retro String-Regal!" signalisierte (man sollte vielleicht doch nicht zu viele Wohn-/ Designblogs lesen, das verdirbt den persönlichen Geschmack ;) ).

Vor Ort war es leider einfach nur riesig (man hätte das natürlich vorher erfragen können aber nach meiner Erfahrung ist es oft besser, gleich verbindlich zuzuschlagen) und pressspanhässlich und ich wollte wieder abdampfen, weil wir sowieso einen passenden Schraubenzieher zur Demontage vergessen hatten.
Die Besitzerin klapperte jedoch sofort ganz hilfsbereit ihre Nachbarn ab und organisierte einen, so dass ich keinen Rückzieher machen konnte. Nun steht's hier auseinander genommen rum.



Heute wollte ich Boxhandschuhe (als Requisite) und Stapelkästen abholen von einem Anbieter, der sehr viel Kram anbot und der schrieb: "ab 19:30 abholen und bei xxx klingeln, wer zu erst kommt, mahlt zuerst".

19:26 stand ich vor der Tür, keiner öffnete beim Klingeln aber alle Türen waren offen und im Hausflur kam mir ein Trödlerteam entgegen, dass die letzten Kisten raus trug. Übrig waren noch 2 Tischbeine.

Sowas finde ich echt unfair aber das sind eben die Kleinanzeigen...

Ich hoffe, es wird hier bald mal wieder spannender!







Mittwoch, 2. Oktober 2013

Sisal in blau

Während Herr Handwerker in unserem Flur rumklopft und spachelt, hier meine neuste Errungenschaft. Wieder einmal hatte ich Glück, dass die zehn Bewerber vor mir unzuverlässig waren und das Teil nicht abgeholt haben.

Grundsätzlich träume ich eigentlich von einer Wohnung, die mit Seegras ausgelegt ist. Ich hasse es, auf glatten Böden auszurutschen und mag es nicht, wenn schon 2h nach dem Staubsaugen wieder Staubflusen auf dem Boden herum schwirren.

Doch da bisher seltsamerweise (!) noch niemand Seegrasbodenbelag zu verschenken hatte, war und bin ich auf der Suche nach Sisal, der wird aber auch seltenst mal verschenkt.

Berliner Dielen (haben wir) nerven mich, die sind schwer zu pflegen/ reinigen, schnell zerkratzt, ich habe tw. Angst dass sich das Kleinkind Splitter einzieht usw., Laminat ist eben Laminat (gepresstes irgendwas) aber da hätten wir zumindest schon neues und kostenloses in Aussicht.

Mein Mitbewohner findet Laminat z.B. ganz toll und da er immerhin auch hier wohnt und mir fast immer bei meinen Schlepp- und Bauaktionen hilft, wird das wohl die Option für Flur und Küche, wäre sonst unfair.

Über PVC und Teppichauslegwaren braucht man nicht reden, wenn es um Wunschvorstellungen geht.

Dieser perfekt zu unserem blauen Klapptisch (den ich übrigens echt liebgewonnen habe und der seiner Aufgabe super gewachsen ist (wird täglich auf- und zu geklappt)) passende Sisalteppich war daher zwischen all diesen Überlegungen echt eine Überraschung.

Er hat zwei hellere Flecken, wo offensichtlich ein zu aggressiver Reiniger verwendet wurde aber die fallen erstens kaum auf und zweitens haben wir ein Kleinkind und Flecken wären in naher Zukunft sowieso wahrscheinlich.

Bis auf die weite Reise nach Schönefeld und Saugen/ Reinigen war ansonsten kein großer Aufwand bei diesem unerwarteten Projekt nötig.

Demnächst geht's dann weiter mit dem Flur. *wink*


Ps. der Blumentopf steht nur so pseudostylish im Raum, weil im Flur ja gerade renoviert wird und das Stoffregal wird demnächst mal wieder aufgeräumt, versprochen!

Donnerstag, 19. September 2013

Lumpensammlerphilosophie und Stapelkisten

Meine Schwiegermutter hat mich vor einer Weile mal (lieb gemeint) als "Lumpensammlerin" bezeichnet.

Nun, da mag sie ins Schwarze getroffen haben. Wenn mich jemand fragt, ob ich diesoderjenes noch gebrauchen kann, antworte ich grundsätzlich erstmal mit JA!
Sicherlich könnte ich das jetzt mit Antikonsum und Nachhaltigkeit erklären und aufbauschen aber ganz ehrlich: schon als Kind habe ich mit einer Freundin aus Spaß immer in die Mülltonnen geschaut, was da so Interessantes drin ist (auch wenn wir es oft nicht behalten durften...).

Ich denke in einem Endzeitfilm hätte ich die besten Überlebenschancen, weil ich sofort brauchbare Dinge horten würde :)
Ja, grundsätzlich finde ich lieber Dinge, als sie zu suchen.
Ich kaufe wirklich lieber Second Hand, das ist für mich stressfreier.

Manchmal gehe ich spaßeshalber durch alle Läden am Kudamm und denke mir: jetzt kaufst Du Dir mal was nigelnagelneues!
Es endet in Frust: so viele schöne/ interessante Dinge, ich kann mich nicht entscheiden oder gebe viel zu viel Geld (für viel zu wenig Dinge) aus.

Ich gehe gerne Pilze suchen, Flohmarkten, stöber in den Kleinanzeigen.
Ich bin nicht geizig.
Klar, Geld sparen ist natürlich auch erstrebenswert aber das Schatzsuchersyndrom ist bei mir einfach extrem ausgeprägt.

Heute ist mir bewusst geworden, dass mein Kind auch schon diesbezügliche Tendenzen entwickelt, da ich es scheinbar unterbewusst förder.
Sie darf ihre "Schätze" die sie findet natürlich mit heim nehmen = kleines Spielzeug, Haarspangen, Schnecken, Stöcke, Steine usw.
Beim 15ten Eislöffel gebiete ich schon auch mal Einhalt und sage, sie soll es lieber in den Müll werfen aber solange sie Spaß daran hat, man es abwaschen kann und es ihre Spielphantasie beflügelt, soll sie ihre Funde mitnehmen.

Andere Kinder dürfen das scheinbar nicht, denn im Kinderladen hat fast ausschließlich nur sie ihre Garderobenkiste voll mit "Zeug" -> heute beispielsweise eine Autohändlervisitenkarte, einen Schaumgummirest, eine große Schraube und einen kleinen schwarzen Magnet, das hat sie alles beim Kita-Ausflug zum Spielplatz gefunden (ich finde es toll *Lumpensammlermutterstolz*). Schön, auch, dass es die Erzieherinen scheinbar erlauben, dass sie diesen "Müll" mitnimmt.

Gut, kommen wir wieder zu mir.

In unserem Haus ist ein Pizzaimbiss, der fast täglich kleine Stapelkisten in die gelbe Tonne wirft.
Ich habe mir das lange angeschaut, denn in Berlin gibt es viele Menschen, die "hauptberuflich" die Tonnen durchwühlen :/ und denen wollte ich nun wirklich nix wegnehmen.

Für die Stapelkistchen interessiert sich aber offenkundig keiner außer mir, also habe ich ein paar mit genommen (immerhin hat der Italiener nun auch wieder Platz in der überquellenden Tonne).

Die kleinen Kisten sind perfekt für meinen Nähkram (Overlockgarnrollen usw.) uns auch Wurstjes Duplosteine (vorher in einer großen IKEA-Tüte) sind jetzt platzsparend und übersichtlicher sortiert.




Kastanien sammeln ist das größte Schatzsucherglück überhaupt (für Groß und Klein!)


Kissen aus altem "ZuschadezumAbtrocknen" Handtuch: